Der September ist schon lange vorbei. Bleibt aber noch die kulinarischen High- und Lowlights nachzureichen:
heiss & deftig
Endlich wurde die Zeit gefunden, einen Gutschein für ein versteckt-gelegenes Bistro in Köln-Sürth einzulösen. Es begann mit einer profanen Tomatensuppe.
Tomatensuppe (Foto: travelicious.tv)
Darauf folgte Gummi-Mozzarella mit den üblichen Verdächtigen.
Tomate, Mozzarella & Co. (Foto: travelicious.tv)
Es folgte das selbst zu bratende Fleisch samt Fertigsaucen.
Fleisch vom heissen Stein (Foto: travelicious.tv)
Das Menü endete unspektakulär mit Fertigvanilleeis und warm gemachten Schattenmorellen aus dem Glas.
Vanilleeis mit Kirschen (Foto: travelicious.tv)
Deftig ging es an einem anderen Tag weiter – mit Steak, Schmorzwiebeln und Folienkartoffel. Dazu gab es Vinho Verde.
Steak mit Beilagen (Foto: travelicious.tv)
Zwei weitere Gutscheine für das Culux mussten im September daran glauben. Einmal für eine Rheinische Bratwurst mit pikanter Currysosse.
Bratwurst mit Currysauce (Foto: travelicious.tv)
und zum anderen für einen Käsekrainer mit kalter Thaisosse.
Käsekrainer mit Thaisosse (Foto: travelicious.tv)
Zur Stärkung nach etlichen anstrengenden Go-Kart-Runden in Kerpen durfte es dann, ausnahmsweise, mal wieder Fast Food sein.
Fast-Food-Auswahl (Foto: travelicious.tv)
Käse
Käsetechnisch labte ich mich am Mondscheinkäse – mehr Schein als Mondschein. Aber lecker.
Mondscheinkäse (Foto: travelicious.tv)
Süss und saftig
Schokoladentechnisch gab es ein “kleines Dankeschön” – in Form einer kleinen Pralinenauswahl.
Pralinenauswahl (Foto: travelicious.tv)
Süss war auch meine allererste Kaktusfeige.
Kaktusfeige (Foto: travelicious.tv)
spritzig und perlend
Neuentdeckungen in Sachen Getränk gab es auch: Zum einen ein Generationengetränk: Fanta-Eierlikör. U.a. bekannt als Engelsbusen. Hier trifft Oma auf Enkel.
Eierlikör mit Fanta (Foto: travelicious.tv)
Ein widerlicher Geschmack wohnte den kleinen Kügelchen des Molekularwodkas inne. Wer glaubt, dass die unzähligen trendbewussten Entscheider, die an der Entwicklung der Vodcaine-Perlen mitgewirkt haben, sich nicht irren können, der irrt.
Vodacine Molekularwodka (Foto: travelicious.tv)
Dann doch lieber ein neuer Energydrink auf Molkebasis.
point-e Energydrink (Foto: travelicious.tv)
Aber, wie gut, dass es da noch guten Wein gibt. Z.B. weiss ausgebauten Rotwein, einen Blanc de Noir in den ehrwürdigen Hallen des OLG Köln.
Ich stimme mittlerweile mit der Minderheit überein, die da “fast food” bewusst falsch übersetzt mit “fast Essen”. Zu den immer bekannter werdenden Ausnahmen zählt Mustafa aus Berlin mit seinem Gemüse-Kebab. Ich bin verliebt in Mustafa, weil die Liebe zu Mustafa auch durch meinen Magen ging. Liest Du hier: TraveliciousTV + Gemüsekebab = satt-isfaction.
Dafür steh’ ich mit meinem Namen! (Foto: travelicious.tv)
Und, wenn ein fleissiger, geschäftstüchtiger Dönerbudenbesitzer (und Döberbude ist wahrlich nicht weit hergeholt) sich von unkonventionellen Kreativen beraten lässt, dann kommt – erfreulicherweise – ab und an etwas dabei heraus, dass auch das Zwerchfell in den Genuss von Döner kommen lässt. Man isst eben nicht nur mit dem Auge, man lacht auch damit! Guckst du hier: Werbespot für Mustafas Gemüse-Kebab.
Automatischlein, deck’ dich!
Normalerweise wird gängiges Fastfood geliefert. Aber, der Berg muss nicht immer zum Propheten kommen – wenn der Prophet ausreichend Kleingeld hat. Selbiges schmeisst der heisshungrige “Profett” dann entweder in einen Pizza-Automaten oder in einen Pasta-Automaten oder einen Pommes Frites-Automaten oder – wenn er denn einmal mit der schwarzen Kreditkarte zahlen kann – in einen Kaviar-Automaten.
Nach dem Kaffeebuch von Ulla Heise bin ich nun auch mit dem nächsten “Kulinarik”-Buch druch – Jonathan Safran Foer’s “Tiere essen”. Ein gutes Buch, das auf langen Recherchen beruht. In überzeugender Mehrdimensionalität führt Safran Foer neue aber auch viele bekannte Sachverhalte abwechslungsreich an, die den meisten egal sind bzw. von den meisten verdrängt werden.
Ein weiterzuempfehlendes Buch für alle, die Vegetarier werden oder diese zumindest verstehen wollen. Ein Buch zumindest, dass Fleischesser bewusst werden lassen wird, woher ihr günstiges Fleisch zu welchem Preis kommt.
Wie könnte ich die Einladung meiner mitsingsüchtigen Bekannten nicht annehmen!? So ging es am vergangenen Sonntag nachmnittag neuerlich Richtung Hünsrück. Diesmal mit dem Frankfurt-Hahn-Bus ab Köln-Hauptbahnhof, Autobahn und rheinland-pfälzisches Grün zum Flughafen Hahn.
Dort aufgesammelt, stand zunächst die Burg Hunolstein – genauergesagt was von ihr noch übrig geblieben ist – auf der Routenplanung. Der Genuss der grandiosen Aussicht leitete einen genussreichen Abend ein.
Link:
Es folgte ein motorisierter Streifzug durch die Täler und Erhebungen des Hunsrück. Das letzte Aufbäumen des (Ver)Spätsommers befeuerte seinerseits nochmal die Schönheit dieser Region; der Teutonian Summer, eingebettet in das noch satte Grün der Landschaft, im rötlich-goldenen Lichte der sich so langsam zur Ruhe bettenden Sonne. Wunderschön!
One night in Herborn
Nach einem kurzen Fotobeweis-Stopp in “Langweiler” und der ortsbenennungs-technischen Steigerung “Katzenloch” erfoderte die fortgeschrittene Stunde die Heimkehr nach Herborn.
Kurz(ver)weile in Langweiler (Foto: travelicious.tv)
Da uns am Folgetage die regionentypische Fleischspeise erwartete, fiel die Entscheidung zugunsten einer der beiden Pizzerien von Herborn – La Bella Casa. Ein großes Pils und in der Folge ein Weizen vom Fass für die durstige Kehle, eine große Pizza Reggiana sowie ein Insalata Italiana für den knurrenden Magen. Meine vorlesesüchtige Begleitung entschied sich für hausgemachte Kürbis-Kartoffel-Gnocchi mit Salbeibutter und Parmesan. Am Ende ein Espresso, um den Verdauungsprozess angenehm zu gestalten.
Zurück im behaglich-illuminierten Wintergarten der Gastgeber wurde ein Weisswein vom Weingut Gälweiler als Schlummertrunk eingenommen. Am nächsten Tag musste es schliesslich früh aufgehen.
Der Tag der Deutschen Einheit begann früh, doch der Blick auf das erwachende Herborn entschädigte.
Abseits der von Powerwalking-Stöcken maltretierten Waldpfade ging es hinein ins Unterholz.
Königswald bei Herborn (Foto: travelicious.tv)
Es dauerte nicht lange, da waren schon die ersten Pilze zu entdecken. Nur, welche sind essbar, welche sind es nicht? Nach einer Sehr-kurz-Einweisung in die Kunst des Speisepilzsammelns, war es auch mir gegönnt, essbare Pilze zu finden.
Mein erster Maronenpilz (Foto: travelicious.tv)
Angefangen mit kleinen Goldröhrlingen, über Maronenpilze steigerte ich mich größentechnisch zu gestandenen Steinpilzen! Meine Mitsucher fanden gar noch eine Brille mit Markenrahmen.
Steinpilze und Goldröhrlinge (Foto: travelicious.tv)
Zurück zu Hause ging es, nach einem leckeren Frühstück mit hausgemachten Gelees (Holunder, Blaubeere und Apfel) aus Früchten aus dem eigenen Garten zunächst an das Identifizieren, Aussortieren und schliesslich Putzen der Pilze.
Frühstück mit Penachi Kaffee (Foto: travelicious.tv)
Pilze putzen (Foto: travelicious.tv)
Von ca. 2,5 kg Pilzen blieben, wegen schlechtem Zustand und Madenbefall, leider nur etwa ein Fünftel übrig.
Pilzausbeute des Tages (Foto: travelicious.tv)
Was vom Tage übrig blieb. (Foto: travelicious.tv)
Daraus machte die Herrin des Hauses zwei seperate Schmorpfannen (in Butter und mit Petersilie). Diese beiden Pilzpfannen passten ideal zum Schwenkbraten vom Schwein. Dabei waren auch Kartoffeln, knackiger Salat, Schnittlauchsosse und ein kühles Pils. Das Ganze in einem wunderschönen Garten mit wunderschönen Menschen an einem wunderschönen Wetter.
Schwenkgrill again (Foto: travelicious.tv)
Spiessbraten & Beilagen (Foto: travelicious.tv)
Bad Sobernheim
Der enge Zeitplan erforderte eine zeitige Abreise Richtung Bad Sobernheim. Der Besuch des Barfusspfades sollte nachgeholt werden. Gewöhnungsbedürftig für den Städter, der sonst nur in Schuhen und Socken herumläuft. Meine baren Füsse kennen sonst nur den Nussbaumlaminat.
Lehmkanal (Foto: travelicious.tv)
barfuss durch die Nahe (Foto: travelicious.tv)
Eine interessante Erfahrung, der pieksende Schmerz folgte auf dem Fusse – im wahrsten Wortsinne! So kamen Füsse und Unterschenken in den Genuss der kühlenden Nahe.
Bad Kreuznach
Damit auch der Gaumen an diesem warmen Tage erfrischt wird, zog es uns weiter nach Bad Kreuznach.
Solezerstäuber (Foto: travelicious.tv)
Nach kurzer Rast am Solezerstäuber im Kurpark in Bad Kreuznach ging es wenige Meter weiter ins Eiscafé. Zu Krokantbecher und Eiskaffee gesellten sich Kugeln von Schokolade, Kokosnuss, Melone und Nuss.
Eiscreme im Kurpark (Foto: travelicious.tv)
Waldlaubersheim
Die geplante Restauration mit Weisswein und Flusskrebsen in Waldböckelheim musste entfallen – es gab keine Flusskrebse mehr. Die schlendrige Rückfahrt Richtung Norden führte uns zur letzten Pause: Waldlaubersheim. Beim letzten Besuch begnügte ich mich hier mit einem Kaffee. Diesmal sollte es die Abendvesper werden. Mit Blick gen untergehender Sonne schlürfte ich an einem 2009er Grauburgunder von der Nahe. Da die gekochte Ochsenbrust an Meerrettich und Kartoffeln schon aus war, entschied ich mich für den Schweizer Wurstsalat mit Käse und nicht mehr ganz so frischem Graubrot. Meine sich an Umdichtungen mühende Begleitung entschied sich für den gemeinen Backcamembert mit den notorischen Beilagen.
schweizer Wurstsalat & Backcamembert (Foto: travelicious.tv)
So ging ein 24-Stunden-Trip in den Hunsrück zu Ende. So bleibt mir, erneut meiner mitsingsüchtigen, in der Musik der 80er firmen Begleitung zu danken, die es immer wieder gekonnt versteht, mir Schönheiten Deutscher Regionen zu zeigen.
Ich freue mich auf den nächsten Trip in und um den Hunsrück!