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Für alle, die gern "auswärts" essen!

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Gran Canaria

November 30th, 2009 · Keine Kommentare

¡Gran Canaria – bien me sabe* !

Kürzlich las ich wieder einen Bericht zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass der Duftsinn den stärksten Einfluss auf unser Erinnerungsvermögen hat. Soll heißen:  die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns an etwas erinnern, ist größer, wenn wir es gerochen haben als z.B. wenn wir es gesehen oder gehört haben.

Hä?!

Warum ich davon hier bei travelicious.tv berichte, wo es hier doch u.a. um Speiseberichte und Reiseberichte, um Essen und Trinken geht?

Na, dieses Duftgedächtnis spielt uns also insofern zu, dass man viel intensiver in viel mehr Erinnerungen vom zurückliegenden Urlaub schwelgen kann, wenn man nicht einfach nur Diaprjektionen an die weiße Wand wirft, sondern sich am Tisch versammelt, der mit Spezialitäten des Urlaubslandes gedeckt ist. Man kann Urlaub machen und vor Ort sich an den Spezialitäten laben. Heisst es doch landläufig, dass es vor Ort immer am besten schmeckt. Man kann sich aber eben auch den Urlaub nach Hause holen – indem man das kocht, was man vor Ort gegessen hat oder essen könnte, wenn man denn zum Zielort gereist wäre.

Getrau dem travelicious.tv-Motto “grenzenlos genießen – mit allen Sinnen!” arrangierte ich wieder mal einen sog. “Motto-Abend” in kleiner Runde. Die anhaltend-positiven Erzählungen meines engsten Freundeskreises vom zurückliegenden Urlaub auf Gran Canaria nahm ich als Anlass kanarisch zu kochen und bei mit ergänzenden spanischen Elementen eine Atmosphäre zu schaffen, wo ich das Gedächtnis der Gäste kitzele, weitere Erzählungen höre und diese stärker und intensiver dank kanarisch-spanischem Ambiente mit weiteren Sinnen als nur dem Ohr erfasse.

Wappen von Gran Canaria

Wappen von Gran Canaria

So streifte ich mir mein T-Shirt mit dem Stieraufdruck über, legte eine spanische CD ein und empfang die Gäste mit Cava. Vorbereitet hatte ich einen Hauptgang, sowie zwei Nachspeisen: Es gabt zunächst “Rancho Canario” einen von mir leicht abgewandelten kanarischen Linseneintopf, der neben einer Geschmacks- eine Proteinbombe war. Er bestand nämlich aus Linsen, weißen Bohnen, Kichererbsen, Pute, Bacon und Chorizo. Es ist bei kanarischen Eintöpfen nicht anders als bei unseren deutschen Eintöpfen;  am nächsten Tag schmecken sie noch besser. Dazu gab es spanischen Rotwein.

Rancho Canario (Foto: grancanaria.com)

Rancho Canario (Foto: grancanaria.com)

Für Tunkwillige gab es noch Brot. Die traditionellen Papas Arrugadas als Sättigungsbeilage habe ich weggelassen, denn an Kohlehydraten und Deftigkeit mangelte es dem gericht nun wahrlich nicht! Papas arrugadas, die kleinen kanarischen Schrumpelkartoffeln sind, ergänzt durch die regionaltypische Mojo-Sauce (z.B. Mojo verde, Mojo picante), so schon ein eigenständiges Gericht.

Papas Arrugadas (Foto: grancanaria.com)

Papas Arrugadas (Foto: grancanaria.com)

Da ich mich beim Nachtisch nicht entscheiden konnte, setze ich beide Rezepte um. Es gab zum einen Fragollo, einen süßer Maismehlpudding mit Zimt, Rosinen Mandeln und Orangensaft. Eigenmächtig wandelte ich das Rezept ein wenig ab und ergänzte einen guten Schuss Amaretto. Fragollo ähnelt sehr einer Süßspeise, die  traditionell kurze Zeit nach dem muslimischen Opferfest zubereitet wird. Was den Kanaren ihr Fragollo ist den Orientalen ihr Aşure. Zum anderen gab ein sog. ”Bienmesabe-Törtchen” vulgo fluffige Muffins aus u.a. Mandeln, Honig, Joghurt, Limettenschale und Zimt, abgerundet durch eine Limettenglasur.

Dieses Essen war letztlich auch der ideale Anlass die Flasche Ron con Miel zu öffnen, die mir meine Gäste damals als Geschenk mitbrachten. Wenn ich mich nicht irre, so handelt es sich dabei um einen mit Honig verfeinerten und auf 20%igen Alkoholgehalt reduzierten Rum. Man nehme ein kleines Glas, einen Eiswürfel hinein und dann den zimmertemperierten Ron langsam über den Würfel ins Glas gleiten lassen. Aber Vorsicht, it’s sweet, man!

Bienmesabe selbst ist auch wiederum eine typische Süßspeise; es ist eine zähflüssige Angelegenheit bestehend aus zermahlenem Zwieback, Zuckersirup, gemahlenen Mandeln und geschlagenem Eiweiß. Ein kleines Tiegelchen davon bekam ich ebenfalls als Mitbringsel geschenkt.

Mandeleis mit Bienmesabe (Foto: grancanaria.com)

Mandeleis mit Bienmesabe (Foto: grancanaria.com)

Alles in allem ein wunderbarer Abend – mit geschmeckter Erinnerung für meine Gäste und aromatischer Teilhabe meinerseits. Wenn es also mal nicht für den Urlaub reicht, weil das Budget oder die Freizeit knapp ist, einfach mal kochen und sich das Reiseland in die Wohnstube holen! ;-)

weiterführende Links:

wikipedia: Kanarische Küche

Kanarische Küche

Rezept: Bienmesabe

Rezept: Rancho Canario

*Gran Canaria schmeckt mir gut!

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