Ich sehe, heute ist der 01. September 2009. Gestern telefonierte ich mich meinem besten Freund M. über den anstehenden Geburtstag meines anderen besten Freundes B.. Zudem holte ich gestern meinen neuen Reisepass ab – mit einigen wenigen Einreisestempeln. Alle diese Ereignisse ließen mich nostalgisch werden. All dies bewirkte, dass ich mich meiner bisher weitesten Reise entsann; Mit M. und B. flog ich nämlich vor fast genau drei Jahren nach New York. Wir waren nämlich noch niemals in New York!
Ich hatte die Jungs mit meinem Reisewunsch nach Übersee früh angesteckt. Wir mussten uns aber solange gedulden bis B. endlich seinen Deutschen Pass im Zuge seiner Einbürgerung erhalten hat. Dann war ich bestrebt den Termin auf Anfang September zu legen, damit wir B.’s Geburtstag in N.Y. feiern können. Glücklicherweise gab es zu der Zeit noch die Direktverbindung zwischen Köln und Newark seitens Continental Airlines.
Um das Budget nicht zu springen, mussten die Flugticketausgaben durch günstige Unterkunft und Verpflegung komepnsiert werden – uns das in N.Y.! Na, ich wäre nicht ich, würde ich dies nicht schaffen! So fand ich ein klitzekleines, in die Jahre gekommenes Wohnhaus in der 24th Street East, wenige Gehminuten vom Flatiron Buidling entfernt, das von einem italienischen Immigranten in ein Hostel umgewandelt worden ist. So kommt es nicht von irgendwo, dass Lou Barretto seine Herberge “American Dream Hostel” tauft.
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Wer auf Komfort und Geräumigkeit verzichten kann (Zimmerfoto 1, Zimmerfoto 2), weil er viel unterwegs ist und seinen Geldbeutel schonen muss/will, der ist da gut aufgehoben. Am alten, runden Frühstückstisch in der kleinen Küche treffen sich meist junge Leute aus aller Welt. Das Frühstück ist einfach – Cereals, Erdnussbutter und superweiches Sandwichbrot & Co. Ab und zu kommt Lou vorbei und schaut, ob noch genug Milch im Kühlschrank ist.
Gestärkt haben wir uns während unseres Aufenthalts meist kostensparend durrch Obst und American Style Sandwiches (u.a. vom Supermarkt). Ab und zu kehrte man selbstverständlich in einem Burgerbrater oder Diner mit typischer Einrichtung ein. Riesige Burger, Fries, Ketchup und Coke. Nicht wirklich meins, aber ab und zu muss es sein – nichtzuletzt weil es stilecht ist.
Ich erinnerte mich an die Erzählungen meines damaligen Chefs K.-P. H., der von den Pastrami-Sandwiches schwärmte. Ergo musste ich auch dies probieren, war aber mit diesem Wunsch allein auf weiter Flur, weil der Anblick der dieser Fleischzubereitung bei meinen Mitreisenden keineswegs appetitanregend wirkte. Ein Bier dazu gab es nicht, weil der Alkoholausschank um diese Zeit in derlei “Grills” untersagt ist. Tja, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten …alles Mögliche zu begrenzen!
So mutig ich bin, habe ich mich, überraschenderweise, nicht getraut in New York chinesisch zu essen. Das lag im Wesentlichen daran, dass die Anordnung und Präsentation der (teilweise noch lebenden) “Speisen” in den Schaufenstern und bebilderten Speisekarten in Chinatown mir keinen Appetit machten. Eine faszinierende, kleine Welt mitten in New York. Kleinchina zwischen Little Italy und jüdisch geprägter Lower East Side. Die Grenzen sind fließend, so dass man mit nur wenigen Schritten durch kulturell-autarke und sich selbstversorgende Mikrokosmen und Ethnieenklaven wandert. Es ähnelt ein wenig London,aber nur ein wenig. Ich stimme eher denen zu, die da sagen, dass New York eher “Melting Pot” und London eher “Salad Bowl” ist – was eine nie endende Diskussion ist.
Ein Must-have in America ist, natürlich, das Steak. So fanden wir nach langer Suche ein rustikales Steakhaus, wo Holz in der Einrichtung dominierte. Drei hungrige Jungs, bei denen keiner dem anderen nachstehen will, bestellen natürlich das größte Steak auf der Karte, dazu einen Pitcher Bier. Nach ca. einer halben Stunde wurden dann drei große Teller aufgetischt. Darauf ein riesiges Stück Fleisch, das teilweise über den Tellerrand lappte. Stolz, wie ich bin und angestachelt von den anderen galt es den Teller leer zu essen, wollte man doch nicht als Schwächling und Weichein dastehen. Mit Müh’ und Not gelang es mir und B., die ca. 650 gr. gebratenes Rind samt beigelegten Kohlehydraten zu vertilgen. Doch danach litt ich Qualen! Zu keinen Tausend Schritten war ich nach diesem Essen fähig. Rollen hätte man mich eher können! Ein Restaurant hatten wir noch auf der Liste; das von Robert de Niro, das in Tribeca sein soll, also dem Viertel, in dem er den Hauptteil seines Lebens verbracht hat. Leider konnten wir es nicht finden.
Must-sees: u.a. Empire State Building (beindruckendes Panorama), Freiheitsstatue, Central Park, Brooklyn Bridge (bei Nacht!), Times Square.
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24h New York [5:57 min]
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