travelicious.tv – Reiseblog & Speiseblog

Für alle, die gern "auswärts" essen!

travelicious.tv – Reiseblog & Speiseblog header image 2

Bremen und Hamburg

August 11th, 2009 · Keine Kommentare

Bremen und Hamburg

“Und ich sach’:  Heeeeey, ab in den Nooooooorden…”

Endlich, Anfang Agust 2009, wurde der Gegenbesuch möglich. Christoph, der sich ab und an von Bremen nach Köln aufmacht, konnte zu sich in den Norden einladen. So ging es denn mit Sascha, seinem Kombi und zwei Gelegenheitsmitfahrern in Richtung Bremen. Das Prinzip “Mitfahrgelegenheit” ist eine coole, wenn auch nicht Jedermanns Sache: Mal hat man Glück mit seinem Fahre und den Mitfahrern, mal hat man Pech mit seinen Mitfahrern. Diemal hatten wir Glück, weil Max aus Köln, der in Bremen studiert hatte, recht sympathisch und gesprächig war. So soll das; neue Menschen kennenlernen, sich unterhalten und sich austauschen. Eigentlich wünschenswert, wo doch das Überwindenwollen von Distanz, das gemeinsame Ziel ist.Der positive Nebeneffekt ist, dass die Zeit wie im Fluge vergeht.

Wikipedia lässt uns wissen, dass Bremen, genauergesagt die Freie Hansestadt Bremen, mit nur 404 m² und schätzungsweise 663.000 Einwohnern das kleinste deutsche Bundesland ist.

Auf diesen Kurztrip habe ich meine Kamera mitgenommen, doch bot sich nicht wirklich eine Gelegenheit für Aufnahmen. Diese beschränkten sich auf wenige Fotos – z.B. mit den Bremer Stadtmusikanten (die ich größer erwartet hatte). Die Bremer (Bremische?) Innenstadt ist übersichtlich und mit einem gemütlichen Spaziergang durchaus in ein, zwei Stunden (inkl. Pausen) abschreitbar. Rathausplatz mit Roland und den Stadtmusikanten, sowie ein Spaziergang durch das Schnoor-Viertel sind ein Muss! Enge Gassen, alte Häuser – eine Architektur scheinbar inspiriert durch altdeutsche Märchenbücher.

Glücklicherweise kamen wir recht zentral unter – zwischen Osterdeich und Vor dem Ostertor. Eine wunscherschönes, pittoreskes Viertel. Die vilen Jugendstil-Häuser sind weitestgehend verschont geblieben vor Bombadierungen. Auf “Vor dem Steintor” finden sich kleine Bars, Fastfoodläden und Delikatessenhändler mit einer großen Auswahl erlesener Snacks.

Ich fühlte mich wie irgendwo im Süden. Dazu trugen das Wetter, die Luft, die Architektur und eben die Gastronomie auf dieser Straße, die zum Rathaus führt, essentiell bei. Ärgerlicherweise war aber keine Lokalität zu finden, wo ich hätte eine oder mehrere regionale Speisen probieren können. Christoph ist zugezogener Bremer. Er konnte mir nicht wirklich sagen, was das/ein typische/s Bremer Gericht ist. Von Max, dem Mitfahrer, erfur ich, dass man in Bremen zum Haake Beck als Essensbegleiter flüssiger Art grheifen sollte. Das fällt insofern nicht schwer, da Bremen nicht wirklich eine Weinregion ist.

So kommt es, dass ich mir nachträglich anlesen musste, womit Hausfrau und Wirt in Bremen die Menschen zu verköstigen wissen:
Das Curryhuhn hat sich sicher bis heute als gern gegessene Speise gehalten. Chefkoch.de klärt uns auf, dass es irgendwann im 19. Jahrhundert zum Traditionsgericht der Bremer Hanseaten erklärt worden. Es wird vermutet, dass die rastlos umher schippernden Seeleute das Rezept und die erforderlichen Gewürze mitgebracht haben.

Deftiger wird es dann bei den “Finken” (Bunt Finken, Plockfinken, geplunckte Finken), einem Eintopf mit Speck und Bohnen. Ähnlich ist’s bei Grünkohl und Pinkel. Geflügelfreunde kommen bei Kükenragout auf Ihre Kosten, bei dem nicht, wie der Name vermuten lässt, neugeschlüpfte sondern ausgewachsene Hühner in den Topf kommen.

Wo die Weser und die Nordsee nicht weit sind, da ist der Fisch dem Bremer nah. Labskaus und Bremer Aalsuppe kommen oft und gerne in die tiefen Teller des Bremer Traditionshaushaltes. Den Abschluss der Schlemmens versüßen dann „Bremer Klaben“ und ein „Wickelkuchen“ aus Hefeteig mit Mandeln und Korinthen gefüllt.

So nahm ich an dem ersten Abend Vorlieb mit einem Italiener, weil wir nicht weiter suchen wollten nach einem freien Plätzchen im Außenbereich. So wählte ich nach langem Überlegen eine “Pizza Zibello” für EUR 10 und einen Merlot dazu. Interessanterweise wird bei dieser Pizzavariante auf die allseitserwartete Tomatensoße verzichtet. Stattdessen findet man auf den dünnen und knusprigen Teig Rukola, Parmesan, Sardellen, Olivenöl und Culatello di Zibello. Letzteres ist ein Schinken aus der Zibello nahe Parma in Italien. Der Zufall wollte, dass ich am darauffolgenden Tag in einer Ausgabe der Zeitschrift “Feinschmecker” einen Bericht über diesen Schinken lesen durfte. Tja. Insgesamt hat es mir sehr geschmeckt, doch hätten es ein Paar Sardellen weniger durchaus sein dürfen.

Am nächsten Morgen ging es, gestärkt durch ein Frühstück mit regionalen Aufschnittsorten ging es dann für einen Ausflug in meine Drittliebste Stadt, Hamburg. Neben Berlin, genieße ich jeden Besuch in Hamburg. Obschon wir im ganz hohen Norden waren, nutzen wir die Gelegenheit und kehrten bei einem Schwäbischen Fressstand auf einem Stadtfest ein. Der Hamburger Fischmarkt war zu weit weg – und geschlossen. Statt Kässpatzen oder Schupfnudeln mit Kraut und Speck (die esse ich mit Markus immer auf dem Kölner Weihnachtsmarkt) entschied ich mich für Maultaschen “Jäger Art”. Serviert wurde eine große Maultasche mit Jägersoße. Ungewohnt, aber dennoch lecker. Haake Beck habe ich leider immer noch nicht getrunken. :-(

Der Speiseplan für meinen nächsten Bremen-Besuch steht also jetzt schon fest: Mindestens ein typisches, deftiges Bremer Gericht und dazu mindestens ein Haake Beck. ^^

Weitere Links:

virtuelle Tour durch Bremen
Bremen für Besucher
Bremen für hungrige Besucher
Schaffermahlzeit

Hamburg für hungrige Besucher

Mitfahrgelegenheit

Tags: 1_Tastinations

0 Antworten bis jetzt ↓

  • Es gibt keine Kommentare bis jetzt...Trete Sachen weg, die vom Formular runterfallen.

Hinterlasse ein Kommentar